Hat die Größe einer Katze Einfluss auf die Größe ihrer gesamten Beutemahlzeit?

Hat die Größe einer bestimmten Katze Einfluss auf das optimale Gewicht ihrer Mahlzeit in einer Whole-Prey-Ernährung? Aus früheren Artikeln im Raw-Petfood-Blog zur Tierernährung kennen wir bereits das breite Profil typischer Katzenbeutetiere sowie das ebenso vielfältige Spektrum ihrer Größen. Katzen haben sich als Räuber mit außergewöhnlich flexiblen Vorlieben und Fähigkeiten gezeigt. Sie finden sich in nahezu jedem Ökosystem zurecht und werden erstaunlich schnell zu Spezialisten im Beutefang der jeweils verfügbaren Arten – von so kleinen Tieren wie Insekten bis hin zu so großen wie Wallabys, die ihnen im Gewicht entsprechen. Diese Erkenntnisse erleichtern die Suche nach einem optimalen Gewichtsbereich der Futtertiere für Katzen in einer Whole-Prey-Ernährung nicht. Im folgenden Artikel prüfen wir, ob das Gewicht der einzelnen Katze uns einer Antwort näherbringt.
Welchen Zusammenhang kann das Körpergewicht der Katze mit der Größe ihrer Mahlzeit haben?
Aus dem Artikel über typische Größen von Katzenbeute in der Natur wissen wir bereits, dass die Spannweite der Gewichte von Tieren, die auf dem Speiseplan von Katzen landen, enorm ist – insbesondere dann, wenn man auch Aas berücksichtigt, das Katzen gelegentlich fressen. Für diesen Artikel überlassen wir Hausrinder jedoch den BARF-Fütterern und konzentrieren uns auf kleinere Tiere, die Katzen als Nahrung dienen. Denn wenn von Whole Prey für Katzen die Rede ist, geht es meist um Mäuse, Ratten und andere Nagetiere, Eintagsküken, Wachteln oder gegebenenfalls Kaninchen. In manchen wissenschaftlichen Arbeiten findet sich zudem eine allgemeine Faustregel: Katzenartige, die über 10 kg wiegen, fressen Beute, die größer ist als sie selbst, während Arten unter 10 kg dazu neigen, Beute unterhalb ihres eigenen Körpergewichts zu wählen. Bestätigung findet auch die logisch naheliegende Regel: Je größer der Räuber, desto größere Beutetiere stehen typischerweise auf seinem Speiseplan.
Und wie ist es bei Hauskatzen? Sollte die Auswahl der Whole-Prey-Elemente in der Ernährung einer etwa 2 kg schweren Singapura anders aussehen als bei einem 10 kg schweren Maine-Coon-Kater? Auch wenn man bei in der Natur untersuchten Katzen selten eine derart große Spannweite der Körpermassen findet, können uns die in der Bibliografie dieses Artikels aufgeführten Analysen dennoch einer Antwort auf die im Titel gestellte Frage näherbringen.
Das Gewicht der Katze kann aus mehreren Gründen mit der Größe ihrer verzehrten Beute zusammenhängen. Zu den offensichtlichen Faktoren zählen die Jagdfähigkeiten, die sich mit dem Alter – und damit meist auch mit der Körpermasse – entwickeln: Junge Tiere haben möglicherweise schlicht aufgrund der Schwierigkeit, sie zu erbeuten, weniger Zugang zu größeren Beutetieren. In einer Studie wurde außerdem – gestützt durch anekdotische Hinweise – die These aufgestellt, dass man in Gebieten mit reichlich größeren Beutetieren (z. B. Kaninchen) eine natürliche Selektion innerhalb von Katzenpopulationen in Richtung größerer Körpergröße und längerer Lebensdauer beobachtet habe. Dies sollte sich in größerem Jagderfolg bei relativ großer Beute niederschlagen.
Tatsächlich ist die Körpermasse für Überlegungen zur Größe einer Whole-Prey-Mahlzeit jedoch vor allem wegen ihres direkten Zusammenhangs mit der Beißkraft der Katze wichtig. Zahlreiche Studien berichten, dass das Körpergewicht des Individuums der Faktor mit dem größten Einfluss auf die Beißkraft ist. Die Körpermasse erwies sich als wichtiger als Geschlecht, Alter und sogar der Ernährungszustand. Schwerere Katzen können schlicht eine größere mechanische Beißkraft erzeugen als leichtere.
Beißkraft und Mahlzeitgröße in der Whole-Prey-Ernährung der Katze
Räuber sind in hohem Maße auf Kopf und Kiefer angewiesen, wenn sie Beute fangen, immobilisieren und fressen. Daher können Schädelmorphologie und Beißkraft einen erheblichen Einfluss darauf haben, ob ein Wildjäger mit größerer oder schwerer zu fangender Beute zurechtkommt. Bei Katzenartigen ist dieser Zusammenhang besonders ausgeprägt, da Jagdweise und Tötungsmechanik in hohem Maße auf einem effektiven, präzisen Einsatz der Kiefer beruhen.
Die Kiefermechanik der Katze folgt dem allgemeinen Bauplan von Räuberschädeln. Kennzeichnend sind ein hoher Koronoidfortsatz sowie ein scharnierartiger Gelenkfortsatz des Unterkiefers, der den mechanischen Hebel des Schläfenmuskels verbessert, welcher für die Erzeugung großer Schließkraft verantwortlich ist. Zudem sind die Zähne in einer Linie mit dem Gelenkfortsatz angeordnet, was eine effiziente Übertragung der Beißkraft begünstigt. Eine wichtige Rolle spielen auch Kaumuskel (Masseter) und Flügelmuskeln (Pterygoidei), die an der Heranführung des Unterkiefers sowie an seiner seitlichen Stabilisierung beim Fassen, Fixieren und Manipulieren der Beute beteiligt sind.
Was Katzenartige von anderen Räubern unterscheidet, ist die kurze Schnauze und damit der kurze Hebelarm, über den die Kieferkraft nach außen wirkt. Diese Bauweise begünstigt die Entwicklung kräftiger Kiefermuskeln, die ein schnelles, mechanisch effizientes Schließen des Mauls sowie einen sehr festen Griff ermöglichen. Dies ist eine Anpassung, die für das rasche Überwältigen lebender, oft heftig um ihr Leben kämpfender Beute notwendig ist.
Diese Anatomie steht in deutlichem Kontrast zu Schädeln mit längerer Schnauze, wie sie zum Beispiel für Hunde typisch sind, bei denen die größere Hebellänge höhere Maulbewegungsgeschwindigkeiten begünstigt. Eine solche Konfiguration ist charakteristisch für Räuber, die sich auf vergleichsweise kleinere, wendigere Beute spezialisieren, sowie für Arten, die im Stil einer langen Verfolgungsjagd oder eines Angriffs aus der Distanz jagen.
Innerhalb der Familie der Katzenartigen fällt besonders die Linie der Hauskatze auf. Arten dieser Gruppe zeichnen sich durch ein relativ breites „Gesicht“ aus, und das Verhältnis der Breite der Jochbögen zur Schädellänge ist bei ihnen deutlich größer als bei den meisten anderen Katzenartigen. Auch den Schädel der Hauskatze kann man als vergleichsweise breit bezeichnen, hinzu kommen eine ausgeprägte Hirnkapsel und kräftige Jochbeine, was meist mit stark entwickelten Kaumuskeln einhergeht. Diese anatomische Konfiguration begünstigt die Erzeugung einer beträchtlichen Beißkraft – trotz der geringen absoluten Körpergröße des Tieres.
Kein Wunder also, dass in vielen Studien die Annahme auftaucht, dass gerade die Größe der Katze und die Form ihres Schädels – und damit direkt die Beißkraft – eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Beutegröße spielen könnten. Räuber, darunter auch Katzen, sind nicht nur beim Töten, sondern auch beim Aufnehmen und Zerkleinern der Nahrung auf die Struktur von Kopf und Kiefer angewiesen. Nachdem die Katze die Beute mit den Vorderpfoten und Krallen fixiert hat, zerdrückt sie in der Regel mit den Kiefern die Halswirbel der Beute und durchtrennt das Rückenmark. Das gelegentliche Hochwerfen und Schlagen der Beute vor dem endgültigen Töten wird als Methode interpretiert, sie zu ermüden und so das Risiko von Verletzungen durch defensives Beißen oder Kratzen zu verringern.
Eine Steigerung der sogenannten „Beißleistung“, die vermutlich sowohl die Beißkraft selbst als auch die Effizienz ihrer Nutzung umfasst, kann nicht nur für die Jagd bedeutsam sein. Bei vielen Arten erhöht eine Verbesserung dieser Eigenschaft die Effektivität der Revierverteidigung und kann dadurch indirekt den Fortpflanzungserfolg beeinflussen. Katzen sind territoriale Tiere und setzen in Konflikten mit Artgenossen sowohl Krallen als auch Zähne ein. Individuen mit größerer Beißkraft können in direkten körperlichen Auseinandersetzungen im Vorteil sein. Auch im Kontext der Fortpflanzung ist die Kieferkraft nicht ohne Bedeutung, da Kater während der Kopulation die Katze am Nacken packen, einen charakteristischen Immobilitätsreflex auslösen und sich zugleich vor Aggressionen der Partnerin schützen. Daher muss die Beißkraft bei Katzen nicht ausschließlich ein Produkt der Selektion im Zusammenhang mit der Beutewahl sein; auch sexuelle Selektion kann eine Rolle spielen.
Katzenartige zeigen eine große Bandbreite an Körpergrößen, und Größe sowie Bau des Schädels korrelieren stark mit Beißkraft und der maximalen Beutegröße, mit der eine Art oder ein Individuum zurechtkommen kann. Die Beißkraft ist somit ein nützlicher Indikator für die Fähigkeit, Beute zu handhaben, und macht indirekt mögliche Unterschiede in der Ernährung dieser Räuber sichtbar.
Zu beachten ist, dass die Beißkraft in wissenschaftlichen Untersuchungen häufig anhand von Schädelanalysen geschätzt wird, wobei die Ansatzflächen der Muskulatur berücksichtigt werden. Diese Methode ist „retrospektiv“, da sie Zustände aus der Vergangenheit widerspiegelt. Damit eine Ansatzfläche biologisch sinnvoll ist, muss das Tier in einem Lebensabschnitt über entsprechend entwickelte Muskeln verfügt haben. Das bedeutet, dass der aktuelle Zustand des Gebisses oder die momentane Muskelkondition nicht immer die entscheidenden Prädiktoren der Beißkraft sind; wichtiger kann der Zustand während der Reifung oder frühen Erwachsenenphase sein.
Veranschaulicht wird dieser Zusammenhang durch anekdotische Beobachtungen aus der Literatur. Beschrieben wurde unter anderem ein großer Kater mit einem Körpergewicht von 4,24 kg und einer Beißkraft, die höher war als anhand seiner Körpermasse erwartet. Der Kater war vollständig zahnlos. Der Zahnverlust erschwerte die Altersbestimmung, doch der Verschluss der Schädelnähte deutete darauf hin, dass das Tier vermutlich älter als sechs Jahre war. Dennoch fand man in seinem Magen ganze zehn Mäuse sowie ein Haushuhn, was eindeutig zeigt, dass selbst bei erheblichen Schäden am Zahnapparat ein wirksames Räuberverhalten möglich bleibt. Dieser Fall verdeutlicht, dass Jagdfähigkeit und Beutehandling nicht nur vom aktuellen Zustand des Gebisses abhängen, sondern auch von der allgemeinen Schädelstruktur, der früheren Muskelentwicklung und den erlernten Jagdstrategien.
Kann das Geschlecht der Katze die Größe ihrer Mahlzeit beeinflussen?
Die Frage nach dem Einfluss des Geschlechts auf die Größe einer Whole-Prey-Mahlzeit mag auf den ersten Blick wenig relevant erscheinen, zumal ein großer Teil der in unseren Haushalten lebenden Katzen kastriert ist. Tatsächlich ist das Thema jedoch begründet, da Katzen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus zeigen. Das bedeutet, dass Kätzinnen und Kater sich in ihrem Körperbau unterscheiden, und diese Unterschiede beschränken sich nicht ausschließlich auf anatomische Merkmale der Fortpflanzung.
In Studien an freilebenden Katzen in Australien zeigte sich, dass Männchen Körpermassen von 3,4 bis 7,3 kg erreichten, während Weibchen 2,5 bis 5 kg wogen. Weibchen waren damit im Durchschnitt nahezu halb so schwer wie Kater, zugleich wiesen Männchen eine um 20,0% höhere geschätzte Beißkraft auf. Wichtig ist, dass die Interaktion zwischen Geschlecht und Körpermasse in allen am besten passenden statistischen Modellen berücksichtigt wurde. Bei Männchen zeigte sich mit zunehmender Körpermasse ein deutlicherer Anstieg der geschätzten Beißkraft als bei Weibchen.
Diese Unterschiede können für die Beutewahl von Bedeutung sein. Größere Beute ist in der Regel schwieriger zu erjagen und zu kontrollieren, und ihre Immobilisierung kann mehr Muskelmasse sowie ein stärkeres Skelettsystem erfordern. Interessanterweise beobachtete man bei Individuen mit geringerer Körpermasse eine umgekehrte Beziehung: Kleine Männchen hatten eine geringere geschätzte Beißkraft als Weibchen mit vergleichbarer Körpermasse. Mit zunehmender Körpergröße kehrte sich dieses Muster jedoch um: Große Männchen erreichten eine höhere geschätzte Beißkraft als Weibchen mit derselben Masse.
Obwohl Studien zeigen, dass selbst kleine Katzen mit relativ großer und potenziell gefährlicher Beute zurechtkommen können, deuten die meisten Analysen dennoch auf große Kater als Räuber mit einem erweiterten Beutespektrum hin. Dies ergibt sich direkt aus ihrer größeren Körpermasse und höheren Beißkraft, was zu einer höheren Effizienz im Umgang mit größeren Tieren führt.
Die Studien, die die Grundlage dieses Artikels bilden, betreffen vor allem häusliche, freilebende und wildlebende Vertreter der Art Felis catus, doch ähnliche Zusammenhänge werden auch bei anderen Katzenartigen beobachtet. Ein Beispiel sind Rotluchse, bei denen ebenfalls ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus festgestellt wurde. Männliche Rotluchse wiegen im Durchschnitt etwa 8,4 kg, Weibchen etwa 6,2 kg. In Untersuchungen ihrer Ernährung stellte man fest, dass Männchen häufiger Weißwedelhirsche fressen, was mit ihrer Fähigkeit zusammenhängt, größere Beute zu erjagen und ihre Beute vor anderen Räubern zu verteidigen. Weibchen hingegen wählen häufiger kleinere Beute, etwa Schneeschuhhasen.
Man kann daher feststellen, dass Männchen eine größere Körpermasse und eine höhere Beißkraft erreichen, was ihnen potenziell erlaubt, ein größeres Spektrum an Beutetieren zu erjagen. In anderen Studien stellte man jedoch keine signifikanten Unterschiede im Kaninchenanteil der Ernährung zwischen „unreifen“ Weibchen mit einer Masse unter 2,2 kg, Männchen unter 3,5 kg sowie als „reif“ eingestuften Katzen fest. Das weist darauf hin, dass zwar Geschlecht und damit verbundene Körpermasse und Beißkraft den potenziellen Bereich der Beutegrößen beeinflussen können, die Ernährung der Katze in der Praxis jedoch weitgehend flexibel bleibt und von der Verfügbarkeit der Beute abhängt.
Alter der Katze und Größe ihrer Mahlzeit
Ein weiterer Faktor, der in Analysen zur Wahl der Beutegröße auftaucht, ist das Alter der Katze. In den Studien, die diesen Überlegungen zugrunde liegen, erwies sich gerade das Alter als stärkster Prädiktor für die Größe der erbeuteten Beute. Ältere Katzen jagten im Durchschnitt die größten Beutetiere. Es ist jedoch zu betonen, dass die Beziehung zwar statistisch signifikant war, ihre prädiktive Stärke jedoch relativ gering blieb.
In der Praxis bedeutet das: Trotz einer klaren Tendenz beobachtete man eine sehr große Variation im Jagdverhalten. Selbst kleine, jüngere Katzen konnten relativ große und potenziell auch „gefährliche“ Beute fangen und fressen, die aktiven Widerstand leisten konnte. Umgekehrt kam es vor, dass einige der größten Individuen in der untersuchten Stichprobe sehr kleine Beute fraßen, darunter auch Wirbellose. Das Alter determiniert die Mahlzeitgröße daher nicht eindeutig, sondern erhöht eher die Wahrscheinlichkeit, nach größerer Beute zu greifen.
Die Fähigkeit, mit größerer Beute zurechtzukommen, nimmt mit dem Alter der Katze aus mehreren Gründen zu. Erstens weisen ältere Individuen eine höhere geschätzte Beißkraft auf. Studien zeigten, dass das Alter einen signifikanten Einfluss auf diesen Parameter hatte – ältere Katzen erzeugten eine größere Kieferkraft als jüngere Tiere. Ein altersbedingter Anstieg der geschätzten Beißkraft wurde auch bei vielen anderen Räuberarten beobachtet, was darauf hindeutet, dass es sich um ein allgemeines biologisches Phänomen handelt und nicht um eine Besonderheit der Hauskatze.
Zweitens wächst mit dem Alter die Jagderfahrung. Ältere Katzen haben gegenüber jüngeren Individuen einen Vorteil, weil sich ihre Fähigkeiten durch wiederholte Exposition gegenüber einem immer breiteren Spektrum an Beutetypen entwickeln. Wiederholte Jagdversuche, der Kontakt mit unterschiedlichen Verteidigungsstrategien der Beute sowie die Notwendigkeit, sich an wechselnde Beutegrößen und -verhalten anzupassen, führen zu einer schrittweisen Verbesserung der Jagdeffizienz.
In der Folge verfügen ältere Felis catus -Individuen nicht nur über eine größere mechanische Kieferkraft, sondern können diese auch besser nutzen. Sie sollten daher eine größere Fähigkeit zum Umgang mit Beute besitzen – unabhängig von individuellen Unterschieden im Temperament oder der aktuellen Kondition. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse eindeutig, dass das Alter kein limitierender Faktor für jüngere und kleinere Katzen ist – selbst sie können erfolgreich auf relativ große Beute jagen. Im Kontext einer Whole-Prey-Ernährung bedeutet dies, dass das Alter die Wahl größerer Futtertiere begünstigen kann, jedoch nicht als einziger oder entscheidender Maßstab für die Mahlzeitgröße betrachtet werden sollte.
Unterschiede aufgrund der Herkunft der untersuchten Katzen
Es wurden deutliche Unterschiede in der geschätzten Beißkraft in Abhängigkeit vom Lebensraum festgestellt, aus dem die Katzen stammten. Wildlebende Katzen aus ländlichen Gebieten hatten eine höhere geschätzte Beißkraft als streunende Katzen aus städtischen Gebieten, obwohl zwischen diesen Gruppen keine signifikanten Unterschiede in der Körpermasse festgestellt wurden. Diese Unterschiede waren am deutlichsten bei jüngeren und kleineren Individuen, bei denen die wildlebenden Katzen ihre streunenden Gegenstücke klar übertrafen. Dies deutet darauf hin, dass regelmäßiger Kontakt mit lebender Beute die Entwicklung der Kieferkraft beeinflussen kann, und dass Unterschiede in der Zusammensetzung der Nahrung – einschließlich eines höheren Anteils lebender Beute bei freilebenden Katzen – vermutlich die beobachteten Abweichungen antreiben.
Interessanterweise hatten streunende Katzen in einer Studie zwar etwas größere Köpfe, wiesen jedoch gleichzeitig eine geringere geschätzte Beißkraft auf als wildlebende Katzen. Dieser Unterschied zeigte sich sogar bei vergleichbarer Körpermasse – leichtere wildlebende Katzen hatten eine höhere geschätzte Beißkraft als leichtere streunende Katzen.
Die größten Unterschiede in der Ernährung wildlebender ländlicher Katzen und streunender städtischer Katzen betrafen die Verfügbarkeit lebender Beute. Wildlebende Katzen hatten einen deutlich höheren Anteil an Hausmäusen, Kaninchen, Reptilien und Wirbellosen in der Nahrung, während bei streunenden Katzen Abfälle menschlichen Ursprungs eine wesentliche Rolle spielten. Im Durchschnitt machten 18,8% bis 30,0% des Mageninhaltsvolumens in der untersuchten Stichprobe streunender Katzen Reste aus – hauptsächlich Überbleibsel menschlicher Nahrung, aber auch Plastik, Papier und Folie. Diese Daten zeigen, dass Katzen in der Nähe menschlicher Siedlungen ihre Ernährung je nach Verfügbarkeit von Nahrung oder nach Präferenz für leicht zugängliche Reste anpassen, deren Erwerb und Schlucken deutlich weniger Kieferkraft erfordert als das Erjagen lebender Beute.
Schlussfolgerungen zur Beziehung zwischen dem Körpergewicht der Katze und der Größe ihrer Mahlzeit
Die Datenanalyse zeigt, dass die Körpermasse der Beute positiv mit dem Alter der Katze, ihrer Körpermasse und ihrer Beißkraft korreliert. Diese Zusammenhänge waren jedoch nicht sehr stark, was vor allem auf die sehr große Spannweite der Beutegrößen zurückzuführen ist, die von allen Katzen unabhängig von ihren individuellen Merkmalen gejagt werden.
Die Ergebnisse zeigen zudem erneut, dass selbst kleine Katzen große Beute fressen können, während einige der größten Individuen sehr kleine Beutetiere wählen, etwa Wirbellose. Darüber hinaus erwies sich keiner der analysierten Faktoren – Körpermasse, Alter, Geschlecht oder Beißkraft – als Prädiktor für die Körpermasse von Beutetieren, die als „gefährlich“ eingestuft wurden.
Gleichzeitig hatte der körperliche Zustand der Katze keinen signifikanten Einfluss auf die geschätzte Beißkraft. Das bedeutet, dass selbst Individuen mit Nährstoffmängeln und schlechterer Körperkondition ähnliche geschätzte Kieferkraftwerte erreichen konnten wie Katzen mit relativ hoher Körpermasse.
Viele der zitierten Daten beziehen sich auf Situationen, in denen Körpermasse, Geschlecht, Alter und Kieferkraft für den Jagderfolg bedeutsam sind. In einer Whole-Prey-Ernährung verliert dieser Faktor jedoch seine ursprüngliche Bedeutung. Katzen bekommen die Beute nämlich bereits tot in den Napf gelegt, ohne Abwehrmöglichkeiten, von den Haltern im Futtertiershop bestellt. Kieferkraft und erworbene Erfahrung beeinflussen hier vor allem die körperliche Fähigkeit, eine Beute einer bestimmten Größe zu fressen – nicht die Möglichkeit, sie überhaupt zu erlangen.
Es wird daher nicht überraschen, dass gilt: Je größer die Katze, desto größere Beute kann sie theoretisch fressen. Auf Basis der angeführten Studien lassen sich jedoch auch detailliertere Schlussfolgerungen ziehen: Größere Kater haben statistisch eine höhere Chance, mit großen Whole-Prey-Stücken zurechtzukommen als ähnlich große Kätzinnen, und Katzen, die bereits früh im Leben Kontakt mit Whole Prey hatten, können eine größere Geschicklichkeit beim Fressen größerer Beute zeigen.
Sollte die Größe der Katze also die Größe der Whole-Prey-Mahlzeiten beeinflussen? Die gesammelten Daten sprechen dafür. Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen scheint die beste Whole-Prey-Größe für eine Katze eine Beute zu sein, die so groß ist, dass die jeweilige Katze sie ohne Mühe fressen kann – wobei man daran denken sollte, die Ernährung auch mit kleineren Individuen zu variieren.
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